Eine runde Sache - Einiges zum Thema Reifen |
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| Beschleunigen
beim Anfahren, Verzögern beim Bremsen, Seitenbeanspruchung bei Kurvenfahrten,
Abfedern von kleinen Fahrbahnunebenheiten, Wasserverdrängung, Anti-Rutsch-Verhalten
bei Schnee und Eis oder einfach nur schickes Aussehen in Verbindung mit
einer Leichtmetallfelge - der Reifen ist ein wahres Multitalent. Die Anforderungen, die an ihn gestellt werden, sind dementsprechend hoch. Er ist nicht nur ein Verschleißteil, sondern ein wesentliches Konstruktionselement des Fahrzeuges. Und er ist das Verbindungsglied zur Fahrbahn, von dessen Funktionieren die Sicherheit der Fahrzeuginsassen maßgeblich abhängt. Entsprechend aufwendig ist seine Konstruktion. Ein moderner Pkw-Radialreifen besteht aus bis zu 10 unterschiedlichen Gummimischungen und 25 Aufbauteilen. Hierdurch ist er in der Lage, die enormen Kräfte aufzunehmen bzw. zu übertragen. ![]() Die Lebenserwartung eines Reifens hängt von einer Vielzahl von Einflüssen ab. Dabei kommt es vor allem auf die Einsatzbedingungen in Verbindung mit den fahrzeugspezifischen Gegebenheiten an. So gibt es Fahrzeuge, die sowohl von der Motorisierung und dem Fahrwerk als auch von der Reifenauslegung her die ganze Bandbreite von wirtschaftlicher bis extrem sportlicher Fahrweise zulassen. In solchen Fällen sind Laufleistungen zwischen 5000 und 40000 km mit dem gleichen Reifen möglich. Der direkt mit der Lebenserwartung zusammenhängende Reifenabrieb entsteht durch Reibung, die durch den sogenannten Schlupf hervorgerufen wird. Um Kräfte auf die Fahrbahn zu übertragen, ist aufgrund physikalischer Gesetze Schlupf erforderlich. Der Schlupfwert beschreibt eine Relativbewegung des Reifens, die bei der Übertragung von Antriebs- oder Bremskräften entsteht - d.h. die Umfangsgeschwindigkeit des Rades ist größer oder kleiner als die Fahrzeuggeschwindigkeit. Bei einem weichen, zügigen Beschleunigungsvorgang werden Schlupfwerte bis 2% auf trockenen Fahrbahnen erreicht. Wird die volle Motorkraft eingesetzt, sind Schlupfwerte bis zu 20% möglich. Der Abrieb zwischen normaler und extremer Fahrweise variiert also um den Faktor 100. |
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Typisches
Verschleißbild eines Reifens der Antriebsachse. Der höhere Laufflächenmittenverschleiß
ergibt sich aus den Beanspruchungen, die mit der Fliehkraft des Reifens
und der Übertragung der Antriebskräfte verbunden sind. Man kann ein weitgehend
gleichmäßiges Abriebbild erreichen, wenn die Räder von der angetriebenen
auf die nicht angetriebene Achse gewechselt werden. Als Mindestprofiltiefe
dürfen 1,6mm nicht unterschritten werden. |
| Aber
auch eine Vollbremsung hinterlässt auf dem Reifen Spuren - in Form von mehr
oder weniger starken Blockierstellen. Dieses lässt sich auch durch eine
noch so abriebfeste Laufflächenqualität nicht ausschließen. Die Stärke des
Abriebs ist im wesentlichen von der Fahrzeuggeschwindigkeit, vom Straßenbelag
und von der Radbelastung abhängig. Wird ein Fahrzeug mit blockierten Rädern auf einem trockenen Fahrbahnbelag beispielsweise aus 80 km/h bis zum Stillstand abgebremst, so kann der Gummiabrieb in der nur postkartengroßen Aufstandfläche bei einem Bremsweg von etwa 35 Metern (Verzögerung 7m/s2) durchaus 3 bis 4 mm betragen. Übrigens: Auch bei ABS-gebremsten Fahrzeugen können durch kurzzeitiges Blockieren geringe Abflachungen entstehen. Eine defensive Fahrweise schont somit nicht nur den Geldbeutel, sondern erhält auch die Fahrsicherheit sowie den Komfort, der durch einen optimalen Reifen gegeben ist. Reifenkennzeichnung Reifen sind genormt. Dadurch ist es möglich, gleich bezeichnete Reifen verschiedener Hersteller für ein Fahrzeug zu nutzen und so die Typenvielfalt klein zu halten. Außerdem gibt es Sicherheitsgesetze und Regeln, die in einigen Ländern bestimmte Merkmale vorschreiben, die für eine Zulassung erfüllt werden müssen. In Europa gilt für Pkw-Reifen die ECE-Regelung 30, die folgende Kennzeichnungsteile beschreibt: Reifenbreite in mm, Höhen-Breiten-Verhältnis in % (H/B), Code für Reifenbauart (Radial, Diagonal), Felgendurchmesser in Zoll und die Betriebskennung, zusammengesetzt aus Tragfähigkeitskennzahl - Load Index (LI) genannt - sowie Geschwindigkeitssymbol (GSY - [Beispiele: Q bis 160 km/h, S-180,T-190, H-210, V-240]). |
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